© Jeanette Dietl - Fotolia.com

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Immobilienmakler | was man wissen muss

  • Von OP
  • Veröffentlicht 12. April 2015
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Immobilienmakler

Traumberuf Immobilienmakler (Foto: photography33 / depositphotos.com)

Der MaklerScout präsentiert Ihnen in diesem Artikel alles was Sie über den Beruf des Immobilienmaklers wissen müssen.

Gliederung

Berufsbild Immobilienmakler

In der Öffentlichkeit ist das Bild des Immobilienmaklers sehr klischeebehaftet. Viele haben den Eindruck, dass ein Makler nichts anderes tut, als Interessenten durch Wohnobjekte zu führen und dann eine saftige Provision zu kassieren. In Wirklichkeit ist der Beruf jedoch nicht nur vielschichtig und anspruchsvoll, sondern erfordert Belastbarkeit und kann lange Arbeitszeiten mit sich bringen. In diesem Abschnitt erfahren Sie alles über den Berufsalltag eines Maklers, damit Sie wissen, was sie erwartet, falls Sie diesen Beruf anstreben.

In seiner Grundfunktion ist der Immobilienmakler Bindeglied zwischen Anbietern und Interessenten von Wohnungen, Häusern, Grundstücken und gewerblich zu nutzenden Räumen. Dies bedeutet, dass der Makler sowohl viel Zeit im Büro verbringt als auch bei Objekt-Besichtigungen und Objekt-Führungen vor Ort ist, Kundengespräche führt und mit Auftraggebern verhandelt. Dies gibt dem Beruf eine Dynamik, von der viele Büroangestellte nur träumen können. So ist man als Immobilienmakler nicht nur häufig sein eigener Chef, sondern man ist auch oft unterwegs und ist viel mit Menschen in Kontakt.

Bürotätigkeiten eines Maklers

Eine der Hauptaufgaben eines Immobilienmaklers ist die Erstellung von Werbeanzeigen für seine Objekte. Deswegen übernimmt ein Makler häufig die Rolle eines Werbeprofis. Er muss die Anzeigen ansprechend gestalten, attraktive Fotos aufnehmen lassen (oder selber aufnehmen) und die Objekt-Beschreibungen verfassen.

In diesem Zusammenhang muss er sich auch gut mit den verschiedenen Werbemedien auskennen, um zu entscheiden wo er seine Anzeigen platziert. Früher war dies überhaupt nicht kompliziert: Objekt-Interessenten waren ausschließlich über Print-Anzeigen zu erreichen. Heutzutage ist die Situation aufgrund der vielen Möglichkeiten des Internets nicht mehr so überschaubar. Ein Makler muss sich also mit den neusten Online-Trends auseinandersetzen um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Zwar sind Social Media Aktivitäten noch kein Muss in der Branche aber immer mehr Makler erkennen das Potential des Internets für sich. Sie drehen etwa Videos ihrer Objekte, die sie dann in ihrem eigenen Youtube-Kanal veröffentlichen. Oder sie schreiben Blogposts über neue Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt um neue Kundschaft zu gewinnen und durch ihr Expertenwissen Vertrauen aufzubauen.

Darüber hinaus kümmert sich ein Makler um die Preisgestaltung seiner Objekte. Er muss ein gutes Gespür dafür haben, welche Preise angemessen sind und gleichzeitig gut über aktuelle Marktentwicklungen informiert sein. Schließlich hängt der Wert von Immobilien auch viel von ihrer Lage ab. Je besser ein Makler also vorhersehen kann, welche Gegenden an Beliebtheit gewinnen oder verlieren, desto erfolgreicher wird er sein.

Vom Büro aus koordiniert er auch seine Besichtigungstermine per Telefon oder E-Mail und korrespondiert mit Tagespresse und Online-Portalen. Je nach Größe seines Unternehmens hat er Mitarbeiter, die ihn bei all seinen Tätigkeiten unterstützen. Bestenfalls ist also das Büro immer besetzt, auch wenn ein Kundentermin vor Ort ansteht.

Besichtigungstermine

Besichtigungstermine zu organisieren und durchzuführen gehört zu den Haupttätigkeiten von Immobilienmaklern. So ist es dabei Aufgabe des Maklers, potentiellen Mietern oder Käufern das Objekt vorzustellen und auf jegliche Detailfragen eingehen zu können. Er muss also genau über das Gebäude bzw. die Wohnung Bescheid wissen und auch in der Lage sein über das aktuelle Marktgeschehen zu informieren.

Bei den Besichtigungen ist es daher wichtig, dass der Makler ein kompetentes und sympathisches Auftreten hat, damit die Interessenten ihm vertrauen. Vertrauen ist auch insbesondere dann wichtig, wenn ein Haus- oder Wohnungsbesitzer einen Makler sucht, der ihm beim Verkauf des Objekts unterstützt. Soziale Kompetenzen sind also eine wichtige Eigenschaft im Berufsalltag eines Maklers, weswegen es lohnt Fortbildungen im Bereich Kommunikation und Verhandlung zu belegen.

Zusätzliche Kompetenzen eines Maklers 

Über die Verwaltungsarbeit, die Öffentlichkeitsarbeit und die Objekt-Besichtigungen hinaus, gibt es noch einige andere Kompetenzen, die für einen Makler wichtig sind.

So führt ein Makler auch Preisverhandlungen zwischen den verschiedenen Parteien, die von einem Objektkauf oder –verkauf betroffen sind. Sie helfen zudem Käufern bei der Finanzierung, unterstützen bei der Erstellung von Verträgen und organisieren Notar-Termine. Die Vertragsunterzeichnungen finden nämlich häufig in Gegenwart eines Notars statt, wobei die Anwesenheit des Maklers häufig gewünscht wird, damit er bei auftretenden Fragen behilflich sein kann.

Auch wenn ein Hausbesitzer Sanierungs- oder Modernisierungspläne hat, kann er sich an den Makler wenden. Wer eine fundierte Ausbildung als Immobilienkaufmann abgelegt hat (siehe Abschnitt „Wie wird man Immobilienmakler) kennt sich nämlich auch in bautechnischen Fragen aus und kann bei der Erstellung von Sanierungsplänen behilflich sein und auch in Hinsicht auf die Finanzierung beratend zur Seite stehen.

Als Immobilienmakler bzw. Immobilienkaufmann bringt man zudem betriebswirtschaftliche Kompetenzen mit. Schließlich kann man ein Objekt wie ein Unternehmen mit Einnahmen und Ausgaben sehen, die es zu überwachen und Profitabilität zu prüfen gilt.

Wie Sie sehen ist der Berufsalltag eines Maklers abwechslungsreicher und anspruchsvoller als Sie vielleicht gedacht. Wenn Sie also nach einer neuen Herausforderung suchen, dann schauen Sie sich auf unserer Seite um. Wir haben viele weitere Artikel im Angebot, die mehr über den Berufsalltag von Immobilienmaklern verraten.

Wie wird man Immobilienmakler?

Immobilienmakler werden—eine Übersicht bereits ausführlich mit dem Thema befasst, hier noch mal unsere Erkenntnisse im Überblick.

Die gute Nachricht lautet zunächst, dass Sie jederzeit Immobilienmakler werden können. Einfach Gewerbeschein anmelden und los geht es. Allerdings werden Sie kaum Erfolg haben, wenn Sie nicht mit der Branche vertraut sind und über Kontakte verfügen. Hier sind die gängigen Wege:

Weg 1: Ausbildung 

Um in die Branche einzusteigen kann man sich ganz gezielt zum Immobilienkaufmann ausbilden lassen. Die IHK geprüfte Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus Lehre und Praxis. Das bedeutet, dass der angehende Makler sich das Fachwissen zum einen auf der Berufsschule aneignet und zum anderen parallel in einem Ausbildungsbetrieb angestellt ist. Es gibt auch Ausbildungen, die kürzer sind und nicht von der IHK geprüft werden. Der Immobilienverband Deutschland IVD empfiehlt diese Art der dualen IHK-Ausbildung jedoch, da sie gewährleistet, dass man mit einem breiten Wissen und Praxiserfahrung in den Markt einsteigt. Zudem wird der Zusatz „IHK-zertifiziert“ als eine Art Gütesiegel verstanden und kann also bei manchen potentiellen Kunden den entscheidenden Unterschied machen.

Als Immobilienkaufmann kann man entscheiden ob man sich azf die klassischen Maklertätigkeiten konzentrieren will oder sich bestimmte Fachbereiche der Branche widmet. Immobilienkaufleute kennen sich etwa auch mit Sanierungsprojekten oder Objekt-Neubauten aus und können ihren Kunden somit anbieten sie bei der Planung solcher Bauprojekte zu unterstützen. Durch die Ausbildung erwirbt man auch Kenntnisse über Immobilienverwaltung und insbesondere über immobilienrechtliche Fragen. Ohne Ausbildung müsste man sich diese Informationen mittels Selbststudium aneignen, was die Gefahr birgt, den Kunden nicht fehlerlos zu beraten.

So oder so kann es natürlich jederzeit zu Änderungen auf dem Immobilienmarkt kommen, weswegen es eine Vielzahl von Weiterbildungen gibt, die einen auf den neusten Stand bringen oder auch eine Spezialisierung ermöglichen. Wer etwa eine Weiterbildung zum Grundstücksgutachter absolviert, kann durch diese zusätzliche Qualifikation sein Einkommen steigern und sich von Konkurrenten abheben. Schließlich ist es schwierig sich als Immobilienmakler individuell zu wirken, da sich die angebotenen Dienstleistungen untereinander kaum unterschieden. Ein Immobilienmakler hat schließlich nicht wie ein Architekt die Möglichkeit, eine Dienstleistung zu schaffen, die auf den ersten Blick einzigartig ist. Deswegen ist es umso wichtiger sich regelmäßig fortbilden zu lassen—das kann sogar soweit gehen, dass sich ein Makler Grundkenntnisse in Videoproduktion aneignet, um seinen Kunden ansprechende Objekt-Videos gestalten zu können.

Man kann sich auch über einige deutsche Fernuniversitäten wie ILS.de ausbilden lassen. Es dauert zwischen 12 und 20 Monaten, je nachdem wie viel Zeit und Energie man investiert. Dies kann sich dann besonders eignen wenn man viele andere Verpflichtungen hat (etwa Familie oder eine andere Karriere), und sich langsam in die Branche einarbeiten will.

Übrigens: Als Immobilienmakler hat man es häufig mit betriebswirtschaftlichen Fragen zu tun. Wenn man also vor Beginn der Ausbildung schon über entsprechende Vorkenntnisse verfügt, dann tut man sich leichter. Wer an einem Wirtschaftsgymnasium studiert hat, ist also im Vorteil, man kann sich aber auch in einem anderen Beruf schon betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse angeeignet haben.

Weg 2: Ohne Ausbildung Immobilienmakler werden

In Deutschland ist keine Ausbildung notwendig um den Beruf ausüben zu können. Dies bedeutet allerdings, dass sich der angehende Makler die notwendigen Grundkenntnisse auf anderen Wegen aneignen muss, was mühselig werden kann.

So muss er…

  • über umfassende Rechtkenntnisse verfügen
  • die Marktwerte von Immobilien gut einschätzen können
  • Gebäude-Sanierungen planen und betreuen
  • historische Bausubstanzen einordnen
  • sich mit Buchführung und Controlling auskennen
  • über Marketing-Grundkenntnisse verfügen
  • Wirtschaftspläne erarbeiten
  • Und vieles mehr (siehe „Berufsbild Immobilienmakler“)

Es ist allerdings möglich, dass man sich einen Großteil der Fähigkeiten in seinem vorherigen Berufsleben bereits angeeignet hat, etwa wenn man als Betriebswirt in der Immobilienbranche tätig gewesen ist.

Es ist auch eine Überlegung sich einen Betrieb in der Immobilienbranche zu suchen und dort in einem Einsteigerjob anzufangen, etwa als Praktikant oder Assistent.

Fazit

Die Branche der Immobilienmakler steht jedem offen—unabhängig von seinem akademischen Hintergrund. Wer mit den Aufgaben eines Maklers vertraut ist kann mittels eines Gewerbescheins sofort loslegen. Es wird dann lediglich ein Zulassungsverfahren eingeleitet, dass überprüft, dass kein Insolvenzverfahren gegen ihn läuft und sein Führungszeugnis „rein“ ist.

Wenn man also Lust auf den Beruf und das nötige Selbstvertrauen und sympathische Auftreten hat, dann kann einen nichts aufhalten.

Wie vermarktet sich ein Makler?

Wer als Immobilienmakler tätig ist, sollte sich zunächst bewusst machen, dass seine Marketingaktivitäten zwei Wege einschlagen. Zum einen muss er sich selbst als Dienstleister vermarkten, damit Kunden ihm Objekte anvertrauen und potentielle Mieter und Käufer ihn als glaubwürdig betrachten. Zum anderen muss er die von ihm betreuten Objekte vermarkten, damit potentielle Kunden überhaupt zu ihm finden.

In diesem Abschnitt gehen wir auf die beiden Wege umfassend ein. Wenn Sie in einer anderen Branche tätig sind, können Sie dabei vielleicht auch was über Ihre eigenen Vermarktungs-Möglichkeiten lernen, schließlich ist diese Marketing-Aufzweigung in vielen anderen Berufen zu beobachten. Ein Architekt etwa muss zum einen seine Kernkompetenzen vermarkten (Fachwissen, Vernetzung, Flexibilität etc.) und zum anderen, die von ihm entworfenen Objekte (je mehr man über sie spricht, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt er).

Marketingweg 1: Selbstvermarktung

Wie generell im Dienstleistungsbereich gilt auch in der Maklerbranche: ein sympathisches, souveränes und kompetentes Auftreten kommt beim Kunden gut an und führt zum besten Marketing-Tool überhaupt—der Weiterempfehlung. Bevor ein Makler sich also überhaupt über Marketingmaßnahmen Gedanken macht, sollt er seine Aufmerksamkeit auf den bestehenden Kundenkreis richten und sich zunächst fragen ob diese mit seinem Service zufrieden ist. Es ist eine einfache und effektive Maßnahme den Hörer in die Hand zu nehmen und einen kurzen Anruf zu tätigen in dem man fragt: „Sind Sie mit der Betreuung zufrieden? Kann ich sonst etwas für Sie tun?“ Man kann nicht erwarten, dass der Kunde von sich aus kommuniziert, wenn ihm etwas nicht passt und ihm schlimmsten Fall hört man nie mehr von ihm ohne herausgefunden zu haben, was es war. Darüber hinaus füllt sich der Kunde geschätzt, wenn er nach seiner Meinung gefragt wird und das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er auch Kunde bleibt. Noch: zufriedene Kunden bleiben nicht nur Kunden sondern empfehlen auch weiter. Dies bedeutet nicht nur, dass der Makler weniger Geld für Immobilienmarketing ausgeben muss sondern auch, dass seine „Werbeträger“ viel effizienter sind. Schließlich traut ein potentieller Kunde der Empfehlung eines Bekannten weitaus mehr als beispielsweise einem Google Banner.

Für einige Makler hat sich auch das sogenannte „After-Sales-Marketing“ bewährt. Dies bedeute, dass man sich auch um diejenigen Kunden kümmert, mit denen man ein Geschäft bereits abgewickelt hat um bei ihnen nicht in Vergessenheit zu geraten. Dies kann z.B mittels Social-Media-Aktitiväten geschehen oder Firmenevents.

In unserem Post Social Media für Immobilienmakler hatten wir berichtet, dass viele Makler das Potential von Youtube, Xing und Co nicht ausnutzen um ihre Kunden zu erreichen. Dabei schaffen diese Netzwerke nicht nur Vertrauen und sorgen für Aufmerksamkeit, sondern helfen auch bei der Kundenbindung. Wer etwa ein Business-Netzwerk wie LinkedIn verwendet (siehe Social Media für Makler: LinkedIn) hat seine Kontakte gut im Überblick und wird über deren berufliche Updates informiert. Ein solches Netzwerk (oder auch ein Blog oder Youtube-Channel) eignet sich auch sehr gut um sich selber darzustellen. Der Makler kann über seine neue Projekte informieren oder über Weiterbildungen, die er absolviert hat. Damit bleibt er beim Kunden in Erinnerung und erhöht die wahrgenommene Kompetenz.

Selbstverständlich ist auch eine gut gemachte Website ein essentielles Tool für die Vermarktung eines Maklers. Wie wir in unserem Post Die Website für Immobilienmakler berichtet haben, eignet sich eine Internet-Präsenz hervorragend, um sämtliche Social Media Aktivitäten zur Schau zu stellen und durch Objekt-Videos und Projekt-Berichte seine Kompetenzen zu unterstreichen.

Weg 2: Immobilienmarketing

Der kompetenteste und am besten vernetzte Makler wird keinen Erfolg haben, wenn er seine Objekte nicht zu vermarkten weiß. Früher waren die Möglichkeiten für das Immobilienmarketing so eingeschränkt, dass es sehr einfach war seine Kunden zu erreichen. Eine Printanzeige reichte aus—schließlich suchten die Kunden auch nirgends anders.

Heutzutage wird hauptsächlich in Immobilienportalen und Social Media Kanälen gesucht, was zum einen viele neue Marketing-Möglichkeiten erschaffen hat, zum anderen auch überwältigend sein kann. Schließlich möchte der Makler sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren—die Vermittlung und Betreuung von Immobilien—und kein Online Marketing Experte werden. Letztlich liegt es am Makler selber ob er das digitale Immobilienmarketing als Fluch oder Segen betrachtet. Er kann darin auch eine neue Leidenschaft entdecken, die seinen Berufsalltag abwechslungsreicher gestaltet. So kann es etwa richtig Spaß machen einen Youtube-Channel zu betreiben, in dem er seine neuesten Objekte anpreist.

Ein gut gemachtes Objekt-Video kann im Nachhinein sogar viel Zeit sparen. Schließlich weiß der Interessent somit schon im Vorhinein, wie das Haus oder Apartment sich „anfühlt“, es müssen also weniger Fragen persönlich geklärt werden und man spart sich Besichtigungen mit Interessenten, die ansonsten erst im Objekt hätten stehen müssen um herauszufinden, dass es nicht das richtige für sie ist.

Es gibt noch viele weitere Marketing-Trends für Immobilien und wir werden bald in einem ausführlichen Artikel darauf eingehen. Schon mal zur Einstimmung ein paar Schlagworte:

  • QR-Codes (um Anzeigen und Website zu verknüpfen)
  • Smartphone-optimierte Websites (Mobile Marketing)
  • Google Adwords
  • Marketing-Mix vs. Spezialisierung.

Wie Sie sehen, sind die Vermarktungs-Möglichkeiten im digitalen Zeitalter vielseitig und spannend. Nutzen Sie es aus!

Wozu braucht man einen Makler?

In Zeiten des Internets und der Popularität der Online-Immobilienportale stellt sich die Frage wofür Makler noch gebraucht werden. Schließlich scheint es, dass jeder Vermieter seine Objekte ganz einfach selber auf den entsprechenden Websites einstellen kann. Tatsächlich ist der reibungslose Ablauf vom Mieten und Kaufen und dem Vermieten und Verkauf von Wohn- und Gewerbeimmobilien nicht ganz so einfach, genau deswegen gibt es ja eben den Beruf des Immobilienmaklers—Internet hin oder her. In diesem Abschnitt klären wir auf, wozu man einen Makler braucht und welches Fachwissen er mitbringt, das einem das Leben als Immobilien-Laie erleichtert.

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass der Makler vier verschiedene Interessensgruppen anspricht:

  • Vermieter von Wohnobjekten
  • Verkäufer von Wohnobjekten
  • Mieter von Wohnobjekten
  • Käufer von Wohnobjekten

Dabei ist seine Aufgabe grundsätzlich, dass die Vermietung oder der Verkauf des Wohnobjekts reibungslos abläuft. Seine Hauptaufgabe steht darin, die Interessengruppen miteinander in Kontakt zu bringen. Denn: wer ein Haus vermietet braucht einen Mieter und wer ein Haus mieten will braucht ein Haus, das zur Miete freisteht. Genauso braucht jemand der ein Haus verkauft einen Käufer für das Haus und wer ein Haus kaufen will braucht das passende Haus. Da kommt der Immobilienmakler ins Spiel, deswegen braucht man ihn, er bringt die passenden Parteien zusammen und erspart ihnen dafür die Mühe der Suche.

Schließlich sind bei der Veräußerung und bei der Suche nach Immobilien viele Faktoren und Fragen im Spiel, die darüber entscheiden ob Suchende und Anbieter glücklich mit inander werden. Der Makler hilft dabei, diese Fragen zu beantworten und dabei die verschiedenen Interessen der Parteien zu vertreten:

Vermieter von Wohnobjekten fragen sich: 

  • Wie hoch setze ich meine Miete?
  • Wann soll ich meine Miete erhöhen und um wieviel?
  • Wie finde ich einen Mieter, der finanziell abgesichert ist?
  • Wie kann ich mein Objekt am attraktivsten präsentieren?
  • Was gehört alles in den Mietvertrag?
  • Muss das Objekt renoviert werden?
  • Wenn Schäden im Objekt entstehen, wer kommt dafür auf?
  • Wer kümmert sich um die Überprüfung der Zahlungseingänge und der Nebenkostenabrechnung? 

Verkäufer von Wohnobjekten fragen sich:

  • Wieviel ist das Objekt wert?
  • Wie kann ich mein Objekt am attraktivsten präsentieren?
  • Was gehört in den Verkaufsvertrag?
  • Soll ich das Geld dann in eine andere Immobilie anlegen?

Mieter von Wohnobjekten fragen sich: 

  • Wo finde ich ein Objekt, das zu meinem Budget passt?
  • Wo finde ich ein Objekt, das ich kurzzeitig mieten kann?
  • Wo finde ich ein Objekt, in dem ich langzeitig wohnen kann?
  • Wo finde ich ein Objekt, das familienfreundlich ist?
  • Wo finde ich ein Objekt in meiner Traumlage?
  • Nach welchen Kriterien wählt ein potentieller Mieter aus?

Käufer von Wohnobjekten fragen sich:

  • Sind die Preise der Immobilien für die ich mich interessiere angemessen?
  • Wie wird sich der Wert des Kaufobjekts entwickeln?
  • Was für eine Hypothekenlaufzeit soll ich wählen?
  • Ist der Kaufvertrag rechtlich korrekt?
  • Besteht Sanierungsbedarf?

Tausendsassa Immobilienmakler 

Wie Sie sehen, gibt es viele Bereiche bei denen die Kompetenzen eines Immobilienmaklers gefragt sind. Nicht umsonst werden ungefähr die Hälfte aller Mietwohnungen in Deutschland über Makler vermittelt. Dabei sind um die 15.000 Makler tätig, verteilt wiederum auf 12.000 Maklerfirmen. Dabei nimmt ein Makler einem mehr als nur die administrativen Aufgaben ab. Wer zum Beispiel ein Haus zum Verkauf anbietet und keinen Makler einschaltet muss selber die Gespräche mit potentiellen Käufern führen. Doch nicht jeder ist ein geborener Verkäufer oder fühlt sich wohl damit, über Geld zu reden. Ein Makler nimmt einem das ab, er muss also nicht nur über Fachwissen im Immobilien- und Baurecht verfügen, sondern auch ein Verkaufstalent sein. Darüber hinaus kann man sich vor dem Abschließen eines Maklervertrags darüber informieren, über welche Zusatzausbildungen der Makler verfügt. Es gibt immerhin über 70 Studiengänge in Deutschland, die immobilienwirtschaftliche Themen lehren. All das ist Wissen, über das der Laie nicht verfügt. Wer also einen Makler in Anspruch nimmt, hat damit auf Zugriff über umfassendes Wissen, das einen vor bösen Überraschungen schützen kann. Wer etwa einen zahlungsunfähigen Mieter in der Wohnung hat, weil dessen finanzieller Hintergrund nicht geprüft wurde, hat mit langen Zahlungsausfällen zu rechnen. Schließlich schützt das Mietrecht in Deutschland den Mieter weitaus mehr als etwa in den USA, in denen einem Mieter sehr leicht gekündigt werden kann.

Die Frage „Wozu brauch ich einen Makler?“ lässt sich also ganz einfach so beantworten: Sie brauchen einen Makler, damit Sie sich bei der Abwicklung Ihrer Immobiliengeschäfte keine Sorgen machen müssen—egal ob als Mieter, Vermieter, Käufer oder Verkäufer.

 

Der Immobilienmarkt in Deutschland

Als Immobilienmakler muss man sich selbstverständlich mit den neusten Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt gut auskennen. Schließlich sind die Preise stark davon abhängig, welche Regionen und Gegenden im Kommen sind und auch davon wie die Zinsen sich entwickeln. Sind die Zinsen etwa niedrig dann steigt die Nachfrage nach Kaufobjekten, sind sie hoch dann ist der Ansturm auf Mietwohnungen und –häuser höher. In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen ein Überblick darüber verschaffen, wie die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt derzeit ist. Dies kann Ihnen helfen solche Fragen zu beantworten wie:

• Soll ich lieber mieten oder kaufen?
• Soll ich lieber in lieber in einer Großstadt oder einer Kleinstadt wohnen?
• Soll ich untervermieten?
• Bezahl ich zuviel Miete?
• Wenn ich selber vermiete: soll ich die Miete erhöhen?
• Soll ich in eine Immobilie investieren?

Mieten oder kaufen?

Aufgrund der Preisexplosionen auf dem Immobilienmarkt scheint es zunächst, dass kaufen nicht infrage kommt. Schließlich sind die Preise für Wohnungen von 2010 bis 2014 um über 25 Prozent gestiegen (in München sogar um 47 Prozent). Laut einer Studie der deutschen Wirtschaft in Köln ist das Kaufen dem Mieten dennoch deutlich vorzuziehen—der Kauf kann bis zu 51 Prozent unter den Mietkosten liegen. Vor der Finanzkrise sah die Lage noch ganz anders aus, allerdings war der Kredit für Baugeld damals noch viel höher, bei einer Zinsbindung von zehn Jahre lag er bei durchschnittlich 5,4 Prozent. Einen vergleichbaren Kredit bekommt man heute für lediglich 1,4 Prozent, für viele ist die Baufinanzierung damit kein Hindernis mehr und da die Miete in den letzten Jahren erwartungsgemäß gestiegen ist es keine Überraschung, dass immer mehr Immobilienexperten vom Leben zur Miete abraten. Sicherlich ist es nicht garantiert, dass die Zinsen weiterhin so niedrig sein werden aber das Polster ist so vielversprechend, dass man sich kaum Sorgen machen muss einen Immobilienkauf im Nachhinein zu bereuen. So ist die Miete dem Kaufen erst dann vorzuziehen wenn der Zinssatz auf vier Prozent ansteigt. Aufgrund der Zinsbindung ist man vor abrupten Anstiegen aber eh erst mal gewappnet, zudem ist mit einer deutlich Steigerung der Immobilienpreise auch in den kommenden Jahren zu rechnen.

Darüber hinaus ist auch weiterhin mit Zinssenkungen zu rechnen, weswegen Immobilienkäufer sich für eine möglichst lange Zinsbindungsdauer entscheiden sollten. Es gibt sogar sogenannte Volltilgerdarlehen, die einen festen Zinssatz bis zur Abzahlung gewährleisten.

Steht eine Preisblase bevor?

Auch die Angst vor einer Immobilienblase ist unbegründet. So ist das Kreditvolumen in Deutschland seit 2010 um lediglich 9 Prozent gestiegen, während es in anderen Ländern vor der Krise zu einer Verdreifachung kam. Zudem kommt es eher dann zu Preisblasen wenn Kredite leichtfertig vergeben werden und es ein starkes Überangebot an Wohnungen gibt—beides trifft auf den Immobilienmarkt in Deutschland sicherlich nicht zu. Und auch wenn die Preise steigen, steigen sie in einem überschaubaren Rahmen. Wie eingangs erwähnt, beträgt die Preissteigerung bei deutschen Großstädten lediglich 25 Prozent, während sie in europäischen Metropolen wie London und Oslo heute ganze viermal teurer sind als vor zehn Jahren und auch in anderen europäischen Ländern haben sich die Preise um über 100 Prozent erhöht.

Allerdings gibt es auch in Deutschland bestimmte Gebiete und Städte in denen die Preisentwicklungen aufgrund der extremen Nachfrage besorgniserregend sind. Deswegen wird Kleininvestoren auch davon abgeraten in diesen Gegenden zu investieren, stattdessen sollte sich in Städten umgesehen werden, die im Kommen sind aber noch nicht gehyped werden. Geheimtipps sind derzeit etwa Wolfsburg, Fulda und Bonn. Eine umfangreichere Übersicht stellt der Internetauftritt des Handelsblatts bereit.

Der Investitionsmarkt in Deutschland

In unserem Post Der Immobilienmarkt in Deutschland — ein Paradies für Investoren? sind wir ausführlich auf die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten für Kleinanleger eingegangen, hier noch mal ein kurzer Überblick:

• Crowdinvestments: gut für Anleger mit geringen Kapital aber das Geld ist schlecht geschützt.
• Geschlossene Immobilienfonds: Hohes Anlegevolumen, sehr lange Anlegezeit
• Offene Immobilienfonds: man kann auch mit kleineren Beträgen einsteigen, dafür kann sich das Anlege-Portfolio jederzeit ändern
• Aktien in Immobiliengesellschaften: in den letzten Jahre hohe Rendite, dafür der Unberechenbarkeit des Aktienmarkts unterlegen

Aufgrund des erwähnten Rekord-Zinstiefs und der hohen Nachfrage nach Wohnraum nimmt das Interesse an Immobilientransfers nicht ab. Allerdings sollte man die Situation auch nicht überbewerten, denn sonst sind die Preise irgendwann einmal so hoch, dass es sich nicht mehr lohnt zu kaufen oder verkaufen, weil die Miete den Kaufpreise erst in Jahrzehnten wieder einspielen wird. In Hamburg etwa ist es bereits der Fall, dass die Verkäufe von Eigentumswohnungen sich in den letzten Jahren halbiert haben. So erreichen die Quadtratmeterpreise bald fast das Niveau von New York, ohne dass Hamburg behaupten kann die internationale Attraktivität einer Weltmetropole zu besitzen.

Was verdient ein Makler?

Das Thema Einkommen von Immobilienmaklern beginnt mit einer guten Nachricht: Sie verdienen überdurchschnittlich gut, so die Fachakademie der Immobilienwirtschaft Hamburg. Rein statistisch betrachtet, verdienen demnach selbstständige Immobilienmakler mit einer Berufserfahrung von etwa zwei bis drei Jahren rund 75 000 Euro vor Steuern. Da es sich um einen Durchschnittswert handelt, bedeutet der Umkehrschluss allerdings, dass rund die Hälfte der Makler deutlich weniger und die übrigen eklatant mehr verdienen.

Geld verdienen als Makler

fotolia.de BU: Geld verdienen als Makler © Oleksandr Delyk

Grundsätzlich ist zu sagen, dass selbstständige Makler – sofern sie sehr engagiert arbeiten − ein Einkommen zwischen 50 000 und 100 000 Euro im Jahr erwirtschaften können. Das Risiko, welches eine Selbstständigkeit mit sich bringt, bleibt jedoch bestehen. Angestellte Kollegen haben zwar den Vorzug des verlässlichen Gehaltes, verdienen aber deutlich weniger – besonders am Anfang ihres Berufslebens. Für die Vergütung gibt es in der Branche verschiedene Modelle. Bei der ersten Möglichkeit steht regelmäßig eine etwas höhere Summe auf dem Gehaltszettel, die jedoch fest ist. Eine andere Variante sieht vor, dass zu einem sehr kleinen monatlichen Fixum Provisionen auf die abgeschlossenen Vermittlungen hinzukommen. Hier besteht zwar ein gewisses Risiko, aber auch die Chance auf eine ansehnliche Aufstockung des Kontos.
Geld verdienen mit dem Provisions-Modell
Immobilienmakler erhalten nach erfolgreicher Vermittlung eines Mietobjektes eine Provision bzw. Courtage. Deren Höhe ist im Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung, auch Wohnraumvermittlungsgesetz genannt, limitiert. Hiernach darf diese im Amtsdeutsch „Mäklerlohn“ genannte Summe eine Höhe von zwei Netto-Monatsmieten nicht übersteigen. Sollte der vom Makler aufgerufene Betrag darüber liegen, so muss der Wohnungssuchende sie nicht bezahlen. Unabhängig davon kann vertraglich vereinbart werden, dass der Auftrageber, selbst wenn keine erfolgreiche Vermittlung stattgefunden hat, die Auslagen des Maklers trägt. Hierbei handelt es sich jedoch ausdrücklich um eine optionale Abmachung, die auf keinen Fall ein Muss ist! Diese Tatsache ist im § 652 Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt.
Vermittlung von Eigentum: deutlich höhere Courtagen
Im Gegensatz zur Vermittlung von Mietobjekten ist die Provision auf den Abschluss eines Kaufvertrages nicht gesetzlich geregelt. Da sie nicht reguliert ist, unterliegt sie regionalen Gepflogenheiten. Laut der Immobilienplattform immobilienscout24.de findet sich die höchste Courtage in Berlin und Brandenburg: Hier hat der Käufer über sieben Prozent der Kaufsumme zu zahlen. Andernorts bewegt sich die Höhe der Provision bei Kauf zwischen 5,95 Prozent und besagten 7,14 Prozent. Diese Preise beinhalten bereits die Umsatzsteuer. Wo welche Summen gezahlt werden, hängt vom Immobilienpreis, der Marktlage und den üblichen Konditionen ab. Es existieren verschiedene Varianten der Provisionszahlung. In dem meisten Fällen trägt ausschließlich der Käufer diese Auslage. Es ist jedoch auch möglich, dass der Verkäufer zahlt, oder jeder die Hälfte übernimmt. Insgesamt ist zu sagen, dass Verkaufsmakler mit deutlich höheren Summen agieren, und bei guter Auftragslage mit einem viel höheren Einkommen rechnen dürfen, als es bei Vermietungsmaklern der Fall ist.
Verschiedene Arten der Provision
Hierzulande gibt verschiedene Varianten der Maklerprovision. Dies ist zum einen die Innenprovision, auch Verkäufercourtage genannt und die Außenprovision, auch bekannt als Käufercourtage. Zudem existiert eine Mischform dieser Varianten, die Mischprovision.
Zunächst zur Innenprovision: Hierbei handelt es sich um eine Form der Courtage, die für den Käufer einer Immobilie nicht einsehbar ist. Sie wird im Maklervertrag, der zwischen Verkäufer und Makler geschlossen wird, festgehalten und nach der gelungenen Transaktion vom Verkäufer an den Makler gezahlt. Die Außenprovision wird im Gegensatz zur Innenprovision offen ausgewiesen und ist vom Käufer der Immobilie zu tragen. Ihre Höhe wird nach einem vorher festgelegten Prozentsatz ermittelt, der von Faktoren wie Lage, Gefragtheit der Immobilie oder auch der Dauer des Verkaufsvorgangs abhängt. Ist eine Außenprovision angegeben, hat der Käufer unter Umständen die Möglichkeit, mit dem Verkäufer über deren Übernahme zu verhandeln. Werden sich beide Parteien einig, trägt jede von ihnen einen Teil. In einem solchen Fall spricht man von einer Mischprovision.
Ohne Fleiß…
Wie in jeder Branche gilt auch unter Immobilienmaklern: ohne Fleiß kein Preis. Makler, die über solides Fachwissen verfügen, sich ein breites Netzwerk aufgebaut haben, das sie permanent pflegen und engagiert arbeiten, können sehr gut verdienen. Kollegen, die nicht ständig auf dem aktuellen Stand sind und auch mal die eine oder andere Vermittlungs-Chance verpassen, leben weniger gut. Fakt ist also, dass derjenige Immobilienmakler gut verdient, der jederzeit Augen und Ohren nach neuen Möglichkeiten aufhält und schnell handelt.

Immobilienmakler und der Fiskus

Selbstständig sein und viel Geld verdienen – das ist der Wunsch vieler Immobilienmakler. Doch wie hoch das Einkommen auch ist, der Staat möchte selbstredend mitverdienen. Dabei ist die Höhe der steuerlichen Aufwendungen genau geregelt und wenn es komplizierter wird, hilft der Steuerberater weiter. Angehende Existenzgründer im Immobilienbereich fühlen sich von Anfang an sicherer, wenn sie sich bereits im Vorfeld ein Bild der zu zahlenden Steuern machen. Welche Summen in welcher Höhe zu kalkulieren sind, hängt zu einem großen Teil von der gewählten Unternehmensrechtsform ab. Der folgende Text soll einen ersten Überblick darüber verschaffen, was jeweils zu erwarten ist. Er ersetzt jedoch auf keinen Fall eine professionelle Steuerberatung.

Makler und Steuern © Zerbor, fotolia.de

Makler und Steuern © Zerbor, fotolia.de

Einkommenssteuer

Zunächst ist eine Steuer zu nennen, die nicht nur Selbstständige, sondern auch Angestellte zahlen. Daher gilt diese sowohl für Immobilienmakler, die auf eigene Rechnung arbeiten, als auch für Angestellte in Immobilienunternehmen. Jede Person, die in Deutschland Einkommen erwirtschaftet, unterliegt ihr: der Einkommenssteuer. Für Existenzgründer gilt, dass sie für das erste Jahr ihren erwarteten Gewinn schätzen müssen. Auf dieser Basis rechnet das Finanzamt die Einkommensteuer-Vorauszahlung ab. Allerdings sind hier – auch in den Folgejahren − Freibeträge zu beachten, bis zu deren Höhe keine Einkommensteuer zu zahlen ist. Für das Jahr 2015 beträgt dieser Freibetrag 8 472,00 Euro für alleinstehende Personen und 16 944 Euro für Ehepaare.

Für die folgenden Jahre legt das Finanzamt für ein Unternehmen die Höhe der Einkommensteuer fest, die dann als Vorauszahlung vierteljährlich durch das Unternehmen überwiesen werden muss. Vorsicht ist geboten, wenn sich abzeichnet, dass der Gewinn höher ausfallen wird, als der Unternehmer zunächst erwartet hat. In einem solchen Fall sollte er sich bei seinem Steuerberater erkundigen, welchen Betrag er vorsorglich für eine anstehende Nachzahlung zurücklegen sollte.

Immobilienmakler sind Gewerbetreibende

Immobilienmakler sind Gewerbetreibende, die somit – anders als Freiberufler − Gewerbesteuer zahlen müssen. Die Gewerbesteuer wird aus dem Gewinn, der den Angaben für die Einkommenssteuer entspricht, sowie weiteren Hinzurechnungen und Kürzungen ermittelt. Diese sind immer im Einzelfall zu betrachten und gehören in die Hände eines guten Steuerberaters. Die prozentuale Höhe der Gewerbesteuer wird von den unterschiedlichen Gemeinden festgelegt.

Wenn Immobilienmakler sich selbstständig machen, kommen verschiedene Unternehmensrechtsformen in Frage. Es ist aus mehreren Gründen wichtig, hier die richtige Wahl zu treffen. Einer davon ist, dass die Unternehmensrechtsform Auswirkungen auf die zu zahlende Steuer hat. Im Folgenden werden verschiedene Varianten und ihre steuerlichen Besonderheiten kurz vorgestellt: vom Einzelunternehmer über die Personengesellschaften bis hin zu den Kapitalgesellschaften.

Der Einzelunternehmer

Für Immobilienmakler, die sich allein selbstständig machen wollen, ist die Unternehmensrechtsform des Einzelunternehmers die einfachste. Sie kann im späteren Verlauf, zum Beispiel, wenn ein Geschäftspartner oder Angestellte hinzukommen sollten, noch erweitert werden. Doch zunächst zurück zum Istzustand: Immobilienmakler, die sich als Einzelunternehmer selbstständig machen, haben grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich als Kleingewerbetreibender, der nicht zur Zahlung von Umsatzsteuer verpflichtet ist, anzumelden. Hiervon sollten Immobilienmakler aber absehen, da ab einem Jahresgewinn von mehr als 17 500 Euro die Umsatzsteuer sowieso zu zahlen ist. Da es in der Immobilienwirtschaft in der Regel um recht ansehnliche Summen geht, aus denen sich die Provision ergibt, ist das Überschreiten dieser Grenze sowieso absehbar. Darüber hinaus ist die Umsatzsteuer ein sogenannter „durchlaufender Posten“, von dem sogar noch die Umsatzsteuer für betriebliche Ausgaben abgezogen werden kann.

Steuerrechtlich erzielen auch Einzelunternehmer sogenannte Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb und müssen dementsprechend Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent der Einnahmen, den individuell festzulegenden Solidaritätszuschlag sowie ggf. Lohnsteuer abführen. Um die Vollständigkeit zu wahren: Es gibt für die Gründung als Einzelperson noch die Varianten der Ein-Personen-GmbH, der UG (haftungsbeschränkt) und der Ein-Personen-AG. Hierzu finden sich bei Interesse weitere Informationen bei den jeweiligen Handelskammern.

Steuern zahlen © fotodo, fotolia.de

Steuern zahlen © fotodo, fotolia.de

Die Personengesellschaften:

Zur Vollständigkeit ist zu sagen, dass es mehr als die nachfolgend vorgestellten zwei Personengesellschaften gibt. Die genannten dienen jedoch dazu, einen Eindruck der steuerlichen Aspekte von Personengesellschaften zu erhalten. Grundsätzlich ist eine solche Unternehmensrechtsform möglich, wenn sich mindestens zwei Personen zusammenschließen. Angenehm klingt zunächst, dass für ihre Gründung kein Mindestkapital notwendig ist. Weniger erfreulich hingegen ist, dass bei Personengesellschaften, im Gegenteil zu Kapitalgesellschaften, die Gesellschafter im schlimmsten Fall mit ihrem Privatvermögen haftbar sind – das gilt auch für Steuerschulden.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Eine GbR ist der Inbegriff einer unkomplizierten Form der Geschäftspartnerschaft. Hier ist zur Gründung sogar eine mündliche Vereinbarung ausreichend, aber natürlich nicht empfehlenswert. An steuerlichen Abgaben ist durch eine GbR die Gewerbesteuer zu entrichten. Darüber hinaus ist sie einkommensteuerpflichtig. Die Höhe der Einkommensteuer orientiert sich am Gewinnanteil, der jedem der Gesellschafter durch Privatentnahmen zukommt.

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die OHG kann, ebenso wie die GbR, von mindestens zwei Personen gegründet werden. In diesem Fall muss es sich allerdings um zwei Kaufleute handeln – sie müssen also im Handelsregister eingetragen sein. Auch hier ist keine Mindesteinlage zur Gründung notwendig. Zu den Steuern ist zu sagen, dass eine OHG sowohl Gewerbesteuer als auch Umsatzsteuer abführen muss. Die OHG als solche ist nicht einkommensteuerpflichtig. Für diese Steuerzahlung sind die Gesellschafter zuständig. Sie führen für ihren Anteil am Gewinn die jeweilige Einkommensteuer ab.

Die Kapitalgesellschaften:

Juristisch betrachtet, handelt es sich bei Kapitalgesellschaften um sogenannte juristische Personen. Was vor allem im Bereich der Immobilienwirtschaft sehr für eine Kapitalgesellschaft spricht, ist die beschränkte Haftung. So bleibt das Privatvermögen unangetastet, wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen sollten. Hierfür kann es vielfältige Gründe geben. Vor allem in einer Branche, die mit sehr hohen Summen arbeitet, sorgt das Bewusstsein darüber, dass man maximal mit seiner Einlage haftet, für Sicherheit. Im Folgenden werden exemplarisch die Unternehmensrechtsformen GmbH und AG sowie deren steuerliche Besonderheiten vorgestellt.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Es handelt sich um eine Kapitalgesellschaft, die mit ihrem Gewinn als juristische Person der Besteuerung unterliegt. Auf den Gewinn fallen Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag an. Die Gewerbesteuer kann seit 2008 leider nicht mehr als Betriebsausgabe geltend gemacht werden und muss voll getragen werden. Auf den Gewinn einer GmbH sind 15 Prozent Körperschaftssteuer zu zahlen. Die steuerliche Situation einer GmbH ist getrennt vom Vermögen der Gesellschafter zu betrachten. Dies hat zum einen den Vorteil, dass das Privatvermögen dieser natürlichen Personen nicht angerührt wird, wenn die GmbH Verluste machen sollte. Weiterhin müssen Anteilseigner, auf die Gewinne ausgeschüttet werden, hierauf die sogenannte Kapitalertragssteuer zahlen. Individuelle steuerliche Details sollten jedoch unbedingt mit einem Steuerberater besprochen werden. Rund um die GmbH ist Diverses zu beachten, dem dieser kurze Überblick nicht gerechtwerden kann.

Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Zunächst ist zu sagen, dass es sich bei der UG nicht um eine eigene Unternehmensrechtsform handelt. Sie ist eine Variante der GmbH. Eine UG kann bereits von einer Person gegründet werden. Die Einlage muss mindestens einen Euro betragen. Eine UG muss sowohl Körperschaftssteuer (15 Prozent auf das zu versteuernde Einkommen) als auch Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag entrichten. Selbstverständlich ist auch die Umsatzsteuer an das Finanzamt zu entrichten.

Fazit

Der Dschungel des Fiskus ist in Wirklichkeit keiner. Immobilienprofis haben in ihrem alltäglichen Geschäft mit mindestens ähnlich komplizierten Gesetzmäßigkeiten zu tun. Mithilfe eines zuverlässigen Steuerberaters und ein wenig Einlesen in die Materie ist diese Hürde gut zu meistern.

 

Verbände für Immobilienmakler

Die Organisation in einem Verband bietet viele Vorteile für die Mitglieder. Die Mitgliedschaft hat nicht nur direkte positive Auswirkungen wie etwa besondere Angebote, sondern ist auch der Akquise dienlich. Kunden schauen bei der Auswahl ihres Maklers durchaus auf derartige Zertifikate. Sie wissen, dass Verbände gewisse fachliche Ansprüche an ihre Mitglieder stellen und orientieren sich daher daran, ob ein Immobilienmakler einem solchen angehört oder nicht.

 

Makler im Verband

Verbandsmitgliedschaft © Minerva Studio, fotolia.de

Die Verbände

Immobilienmakler haben die Möglichkeit, unter verschiedenen Verbänden zu wählen. Sie finden nachfolgend eine Auswahl deutscher Verbände sowie einen europäischen Verband. Interessant sind auch Fusionen, die unter verschiedenen Verbänden stattgefunden haben und heute viele traditionelle Werte bündeln.

Immobilienverband Deutschland IVD (besteht aus VDM und RDM)

Der IVD (http://www.ivd.net/) ist mit seinen 6 000 Mitgliedern der zahlenmäßig stärkste Verband der deutschen Immobilienwirtschaft. Er entstand 2004 aus dem Zusammenschluss von RDM (Ring Deutscher Makler, s. u.) und VDM (Verband Deutscher Makler, s. u.). Die Mitglieder sind neben Immobilienmaklern auch Immobilienverwalter, Bauträger und weitere wichtige Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Der IVD vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und der Wirtschaft. Weiterhin ist er ein Ansprechpartner für Vertreter der Presse sowie Verbraucher. Nicht zu vergessen ist die hohe Bedeutung, die der Immobilienwirtschaft in der Politik zukommt. Daher pflegt der IVD stehende Kontakte zu Vertretern der zuständigen politischen Bereiche nicht nur auf Bundes- sondern auch auf europäischer Ebene. Hier macht der IVD sich dafür stark, dass Angehörigen der Immobilienwirtschaft stets die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihre Berufsausübung zur Verfügung stehen.

Das IVD-Siegel hat sich als Ausweis neutraler Marktkenntnis etabliert. Der IVD fordert von seinen Mitgliedern neben dem Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung einen Fachkundenachweis in Form einer Aufnahmeprüfung sowie eine regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen. Dafür bietet der Verband selbst mehrere hundert Seminare im Jahr an. Weiterhin können Immobilienexperten oder Personen, die dies werden wollen, an den beiden Berufsakademien Deutsche Immobilien Akademie (DIA) (https://www.dia.de/) sowie der Europäischen Immobilien Akademie (http://www.eia-akademie.de/home) berufsbegleitende Aufbaustudiengänge belegen. IVD-Mitglieder erhalten hier Vorzugspreise. Weiterhin profitieren Mitglieder von einer Vertrauensschadenversicherung, die über den Verband läuft. Alles in allem ist die Mitgliedschaft in diesem angesehenen Verband für Immobilienmakler empfehlenswert, der Jahresbeitrag für Vollmitglieder ist mit 120 Euro zudem erschwinglich. Andere Mitglieder, wie beispielsweise Jungmitglieder unter 30 Jahren oder Studenten, zahlen noch weniger.

Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI)

Der BVFI (http://www.praxisverband.de/) versteht sich als Praxisverband für alle Berufs- und Personengruppen der Immobilienwirtschaft. Er ist weiterhin eine beim Deutschen Bundestag akkreditierte Interessengemeinschaft aller in der Immobilienwirtschaft Tätigen. Damit meint er neben Immobilienmaklern auch Architekten, Gutachter oder Hausverwalter. Anders als der IVD nimmt der BVFI auch Immobilieneigentümer in die Reihen seiner Mitglieder auf. Der BVFI legt besonderen Wert darauf, zukunftsorientiert und modern zu sein. Daher stellt er Praxis, Unterstützung, Ausbildung und Qualität in den Mittelpunkt seines Tuns. Die von ihm gebotene Aus- und Weiterbildung ist kundenorientiert und praxisbezogen. Die Mitgliedschaft staffelt sich in verschiedene Stufen. Die akkreditierte Mitgliedschaft ist kostenlos, bietet dafür aber weniger Vorzüge als der Business-Tarif, der einen Beitrag von 39 Euro im Monat voraussetzt. Existenzgründer erhalten besondere Konditionen. Mit seiner Immobilien Akademie bietet der BVFI verschiedene Möglichkeiten der Fortbildung an. Auch bei diesen Angeboten liegt ein verstärkter Fokus auf dem Praxisbezug. Nachteile dieser Mitgliedschaft sind beispielsweise der recht hohe Beitrag, wenn man alle Leistungen nutzen möchte sowie der geringere Bekanntheitsgrad dieses Verbandes.

 

Fusion © Sergey Nivens, fotolia.de

Fusion © Sergey Nivens, fotolia.de

Ring Deutscher Makler (RDM)

Der Ring Deutscher Makler blickt auf eine lange Tradition zurück. Er wurde bereits im Oktober 1924 − damals als „Reichsbund Deutscher Makler“ – in Köln gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1945, wurde der RDM in Berlin unter seinem heutigen Namen wiedergegründet. Im Jahre 2004 fusionierte er mit dem Verband Deutscher Makler (VDM). Dort brachte er seine 4 600 Mitglieder ein. Aus den beiden eigenständigen Verbänden ging der Immobilienverband Deutschland hervor (s. o.). Einzelne Landesverbände weigerten sich, mit der alten Tradition des RDM und seinen Werten zu brechen und bestanden eigenständig weiter. Zu diesen Verbliebenen zählen der RDM Berlin-Brandenburg und der RDM Landesverband Hamburg.

Verband Deutscher Makler (VDM)

Der VDM wurde 1963 gegründet. Die anfängliche Mitgliederzahl von 15 wuchs bis 1996 auf rund 2 500 Mitgliedsfirmen an. Der VDM stand besonders für professionelles und stets neutrales geschäftliches Vorgehen seiner Mitglieder. Im Jahre 2004 brachte er diese traditionellen Werte in den Zusammenschluss mit dem RDM (s. o.) und somit in den IVD ein.

European Association of Real Estate Professions CEPI-CEI

Die CEPI-CEI entstand am 06. März 2015 aus dem Zusammenschluss der europäischen Maklerverbände CEI und CEPI. In ihr sind über 300 000 Makler und Immobilienverwalter organisiert, die überdies Mitglieder in 30 nationalen Verbänden sind. Die Geschäftsstelle des Verbandes hat ihren Sitz in Brüssel in der Nähe des EU-Parlaments und der EU-Kommission. So ist der direkte Austausch und mit diesem wachsende Einflussmöglichkeiten gegeben. Höchstes Ziel der CEPI-CEI ist derzeit das Vereinfachen von grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Maklern. Die neuen Möglichkeiten sollen sich in der sogenannten Professional Card für Immobilienmakler bündeln. Die Mitglieder profitieren auch in diesem Verband von Fortbildungsmöglichkeiten sowie zahlreichen weiterführenden Informationen.

 

 Fehlt Ihnen etwas um den Beruf des Immobilienmakler zu beschreiben ?

Kommentare

Von Frank Veröffentlicht 21. November 2017 13:24 Reply

Hallo und danke für den tollen Artikel.
Einen guten Immobilienmakler zu finden ist nicht einfach.
Mein Onkel war mit seinem sehr zufrieden.
VG Frank

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