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Wie hilft Ihnen eine professionelle Immobilienbewertung dabei, einen guten Preis für Ihre Immobilie zu erzielen?

Sie wollen Ihre Immobilie bestmöglich verkaufen? Dann ist ein zentraler Punkt die Ermittlung eines guten, aber auch realistischen Preises. Zwar bietet der Preisvergleich mit ähnlichen Immobilien einen ersten Anhaltspunkt. Den konkreten Preis Ihrer Immobilie erhalten Sie aber nur mithilfe einer professionellen Immobilienbewertung.

Professionelle Immobilienbewertung für einen guten Verkaufspreis (c) Rainer Sturm / pixelio

Professionelle Immobilienbewertung für einen guten Verkaufspreis (c) Rainer Sturm / pixelio

Was ist eine professionelle Immobilienbewertung?

Die Grundstücks- oder Immobilienbewertung, die rechtlich geregelt ist, ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe der Verkehrswert oder auch Marktwert für eine Immobilie ermittelt wird. Eine solide, professionelle Immobilienbewertung umfasst mehrere Aspekte.

Dies sind die Inhalte einer Immobilienbewertung:

Die Lage: Wenn es um Immobilien geht, ist die Lage eines der wichtigsten Kriterien. So werden Sie für eine gepflegte und attraktive Stadtvilla in einer unbeliebten Gegend nie den Preis erzielen, der in einer Top-Lage möglich ist. Hinzu kommt, dass die Preise im urbanen Umfeld aufgrund der begrenzten Fläche und dem starken Zuzug in der Regel höher sind als auf dem Land. Daher ist es wichtig, Preisvergleiche nur mit Objekten in ähnlicher Lage durchzuführen.

Im Zuge der Lage müssen Sie natürlich auch den unmittelbaren Standort berücksichtigen. Liegt das Objekt an einer stark befahrenen Straße oder in einer verkehrsberuhigten Zone? Bietet es einen schönen Ausblick oder ist es infrastrukturell besonders gut gelegen? Diese Merkmale können sich maßgeblich auf den erzielbaren Preis auswirken.

Bodenrichtwerte: Die Bodenrichtwerte sind amtliche Durchschnittswerte, mit deren Hilfe der Wert von Bauland oder Grundstücken ermittelt wird. Die Werte werden pro Quadratmeter angegeben. Sie werden in der Regel alle zwei Jahre aus dem Durchschnitt aller amtlich gesammelten Kaufpreise von Grundstücken einer Region ermittelt. Diese Werte können zwar bei den Gutachterausschüssen eingesehen werden, gehen aber im Zuge der realistischen Immobilienbewertung keinesfalls über einen Richtwert hinaus. Eine konkrete Aussage zu den Bodenrichtwerten Ihres Grundstücks können Sie nur mit einer individuellen und professionell durchgeführten Immobilienbewertung erhalten.

Grundbuchauszug: Im Grundbuch finden Sie alles zu Eigentumsverhältnissen sowie mit dem Grundstück verbundene Rechte. Hier sind beispielsweise Wegerechte für Dritte relevant für die Ermittlung des realistischen Kaufpreises. Grundbucheinträge können durch berechtigte Personen seit einiger Zeit auch online abgerufen werden. Dieses Angebot ist allerdings kostenpflichtig. Diese Informationen kann mithilfe einer Vollmacht ebenso der von Ihnen beauftragte Sachverständige im Zuge der Immobilienbewertung abrufen und auswerten.

Die Immobilie selbst: Selbstverständlich ist das Gebäude selbst maßgeblich für die Preisermittlung. Um was für einen Haustyp handelt es sich beispielsweise? Ist es ein freistehendes Einfamilienhaus, ein Reihenhaus, eine Stadtvilla oder ein altes Bauernhaus im Fachwerkstil? Jeder Typ hat Auswirkungen auf die mögliche Bepreisung. Ebenso wichtig sind Grundrisse sowie die Aufteilung und die Anzahl der Zimmer.

Welchen Zustand hat Ihre Immobilie? (c) Thorben Wengert / pixelio

Welchen Zustand hat Ihre Immobilie? (c) Thorben Wengert / pixelio

In welchem Zustand ist das Gebäude? Ist es sanierungsbedürftig oder besonders aufwändig ausgebaut? Hat es besondere Merkmal wie einen Kamin oder eine exklusive Dachterrasse? Jedes dieser Merkmale schlägt sich in der Preisermittlung nieder.

Der energetische Standard: Wenn Sie eine Immobilie verkaufen wollen, sind Sie heutzutage verpflichtet, einen aktuellen Energieausweis vorzulegen. Je geringer der Energiebedarf ist, umso positiver ist der Einfluss auf den möglichen Preis. Besitzt Ihre Immobilie einen KfW-Standard, ist es umso besser. Hier ist übrigens ein geringerer Wert besser als ein hoher. So ist ein KfW-40-Haus energetisch besser als ein KfW-70-Haus.

Vermietet oder nicht? Mit einer unvermieteten Immobilie können Sie einen etwas höheren Preis ansetzen als mit einer vermieteten. Wohnen Mieter im Haus, geben die Mietverträge Auskunft über die mögliche erzielbare Rendite. Die Mietdauer der Parteien spielt ebenfalls eine Rolle: So zahlen sie bei sehr langer Mietdauer möglicherweise einen Mietzins, der weit unter dem marktüblichen Durchschnittswert liegt. So etwas wirkt sich selbstredend negativ auf den möglichen Verkaufspreis aus.

Wer darf Ihre Immobilienbewertung durchführen?

Ein qualifizierter Sachverständiger für Grundstücksbewertung. Er verfügt in der Regel über eine Hochschulausbildung im baulichen oder wirtschaftlichen Bereich. Er ist zum Beispiel Architekt, Bauingenieur, Ökonom oder Vermessungsingenieur. Seine Kompetenz zur Bewertung von Immobilien hat er entweder im Studium erworben oder sich im Laufe seines Berufslebens oder einer Fortbildung dafür qualifiziert. Zudem bieten Bildungsakademien Lehrgänge zu diesem Thema an – ein solcher Nachweis ist ein wichtiger Hinweis zur Einschätzung der Qualifikation!

Ihr professioneller Immobilienmakler hat höchstwahrscheinlich eine entsprechende Fortbildung absolviert oder ist vernetzt mit einer qualifizierten Person, die die Bewertung durchführen kann.

Achtung: Die Bezeichnungen „Gutachter/-in“ oder „Sachverständige/-r“ sind in Deutschland nicht geschützt! Daher sollten Sie auf jeden Fall die Vita sowie die nachweislichen Erfahrungen auf dem Gebiet der Immobilienbewertung prüfen, bevor Sie einen Auftrag unterzeichnen.

Was kostet eine Immobilienbewertung?

Es gibt die kostenlose Immobilienbewertung sowie das kostenpflichtige Wertgutachten. Eine kostenlose Bewertung wird an vielen Stellen im Internet angeboten. Für einen einfachen Immobilienverkauf ist sie in der Regel ausreichend. Das Verkehrswertgutachten hingegen erfolgt im Rahmen der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Es ist für spezielle Fälle erforderlich: bei Erbschaft, Scheidung, um das Betriebsvermögen festzustellen oder eine Bescheinigung für das Finanzamt zu erstellen. Grundsätzlich in jedem Fall, der eine gerichtliche Auseinandersetzung mit sich bringt. Die Kosten für ein solches Gutachten orientieren sich am Verkehrswert: Beträgt er beispielsweise 400.000 Euro, so müssen Sie mit Kosten zwischen 800 und 2.000 Euro rechnen. Es ist also abzuschätzen, ob ein Verkehrswertgutachten wirklich notwendig ist, oder ob es die kostenlose Immobilienbewertung auch tut.

Fazit: Was bringt Ihnen eine professionelle Immobilienbewertung?

Wenn Sie Ihre Immobilie professionell bewerten lassen, haben Sie einen konkreten und realistischen Preis in der Hand. Er ist anhand der Bewertungskriterien nachvollziehbar und belegbar. So wissen Sie, was Sie erwarten können und gehen mit einem konkreten Bild in den Verkauf Ihrer Immobilie.

von Gina Doormann

Makler-News Folge 2: Das Neuste vom deutsche Immobilienmarkt

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 20. Oktober 2015
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Wenn Sie dem Blog vom Maklerscout schon eine Weile folgen, dann wissen Sie, dass wir die Immobilienbranche und den Beruf des Immobilienmaklers in seiner ganzen Breite abdecken. Dabei achten wir darauf, Ihnen stets von neusten Entwicklungen zu berichten, wie etwa den Apps für Immobilienmaklern oder dem Vermietungstrend AirBnb. Heute präsentieren wir Ihnen unser neues Format: Die Makler-News. Das bedeutet, dass wir Ihnen einen kurzen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Branche geben. In dieser Ausgabe berichten wir dabei über eine Vielfalt von Themen: der Flüchtlingszuwanderung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Immobilienbranche, dem Problem von Sozialwohnungen die von Gutverdienern bewohnt werden und dem abgelehnten Übernahmeangebot zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen.

Neue Wohnungen braucht das Land (depositphotos/liza1979

Neue Wohnungen braucht das Land (depositphotos/liza1979

Flüchtlingszuwanderung: Die neue Herausforderung für die Immobilienbranche

Während die Politik darüber debattiert, ob noch weitere Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, steht die Immobilienbranche vor der Herausforderung für genügend Wohnraum zu sorgen. So werden in den kommenden zehn Jahren 500.000 neue Wohnungen benötigt um ihnen ein adäquates Heim zu bieten–zusätzlich zu den tausenden von Wohnungen, die in der Bundesrepublik sowie schon benötigt werden. Laut Professor Jürgen Erbach von der Kunsthochschule Holzminden ist dies für die Immobilienbranche nicht nur eine schwierige Herausforderung sondern auch eine Chance um sich zu beweisen und damit ihr Image zu verbessern. In einem Interview mit Focus Online bot er hierzu eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen an. Dabei betonte der insbesondere wie wichtig es jetzt ist Leerstände freizugeben da dies die schnellste Möglichkeit ist noch vor dem Winter für Wohnraum zu sorgen. Zudem schlägt er vor, auf ein weiteres Anheben der Grunderwerbssteuer zu verzichten und bei Bauvorhaben für Flüchtlingsunterkünfte sie gar nicht erst zu erheben. Erbach ist zudem der Meinung, dass Makler ihre Provisionspolitik überdenken und dass die Wohnungsbaugesellschaften aushelfen sollen. So hatte die Wohnungsgesellschaft LEG unlängst 450 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Deren Vorsitzender Thomas Hegel betont, dass im Zuge dieser Maßnahmen keine bestehenden Mietverträge gekündigt werden. Allerdings meint Hegel auch, dass keine Neubauten für Flüchtlinge geplant sind da der Vorlauf zu lang ist und die Mieten für die Kommunen zu hoch wären.

Die Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge ist in den letzten Wochen immer wieder ein Streitthema gewesen. So wollte die Stadt Lüneburg unlängst eine leerstehende Villa beschlagnahmen um dort Flüchtlinge unterzubringen. Der Immobilienbesitzer hat den Fall inzwischen vors Gericht gebracht.

Jedenfalls ist es in Deutschland dringend notwendig neue Sozialwohnungen zu bauen. So meinte der Stellvertretende IG-Bau-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfer: „Bezahlbarer Wohnraum ist nicht erst seit dem Flüchtlingszustrom knapp. Angesichts Tausender Heimatloser, die jetzt bei frostigen Temperaturen in Zelten auf Hilfe waren, zeigt sich das ganze Ausmaß jahrelanger Versäumnisse aber besonders deutlich“.

Sozialwohnungen werden immer häufiger von Gutverdienern beansprucht

In Deutschland herrscht nicht nur eine generelle Wohnungsknappheit in Großstädten, es besteht auch eine akute Knappheit an Sozialwohnungen. Laut des Mieterbundes fehlten in Deutschland bereits 2012 vier Millionen Sozialwohnungen, bei einem Bestand von 1,6 Millionen. Ein Bericht der Welt macht die Lage jetzt um einiges brisanter. So soll ein Großteil der Sozialwohnungen von Gutverdienern beansprucht werden, da die Bewohner bei Einzug zwar Geringverdiener waren, aber dann wegen Gehaltserhöhungen den Anspruch auf die Sozialwohnung eigentlich verloren. Diese Problem wird dadurch verursacht, dass beim Einzug in die Wohnung das geringe Einkommen zwar nachgewiesen werden muss, es im Nachhinein aber keine Kontrollen mehr gibt.

Bauministerin Hendricks will an der jetzigen Situation nichts ändern. Sie meint: „Auch für Mieter, deren Einkommen sich positiv entwickelt hat und die deshalb aus dem Anspruch auf eine Sozialwohnung herauswachsen, gilt der besondere Schutz ihrer Wohnung und lieb gewonnener Lebenszusammenhänge“. Außerdem wären die Kosten für die Kontrollen nicht zu rechtfertigen. Dennoch ist es absurd, dass ein Unternehmensberater mit sechsstelligem Jahresgehalt für 75 Quadratmeter 440 Kaltmiete im Monat bezahlt–und das in Hamburg, einer Stadt, in der es Sozialbedürftige wie Studenten besonders schwer haben eine bezahlbarer Bleibe zu finden.

Deutsche Wohnen lehnt Übernahmegebot an

Deutsche Wohnen, einer der größten deutschen Immobilienkonzerne hat das Übernahmeangebot des andere großen Wohnungsriesen Vonovia abgelehnt. So sei das Angebot laut des Aufsichtsrats von Deutsche Wohnen nicht attraktiv genug. Zum einen seien die angebotenen 9 Milliarden Euro für die Qualität des Immobilienportfolios nicht angemessen gewesen zum anderen bestehe selber Interesse an der Übernahme eines Immobilienkonzerns–der LEG Immobilien.

Der Deutsche Mieterbund hatte das Übernahmeangebot scharf kritisiert, da eine solche Fusion dem Neubau von Wohnungen im Weg stehen würde.

Das waren die Makler-News, präsentiert von MaklerScout. Wussten Sie schon, dass Sie über den MakleScout kostenlos einen Immobilienmakler vermittelt bekommen? Und wenn Sie selber in der Branche tätig sind, schauen Sie sich unsere Partnermodelle an. Wir helfen z.b, dass Ihre Firma im Internet besser auffindbar ist und unterstützen bei der Vermittlung von Aufträgen.

Der Immobilienmarkt in Deutschland—ein Paradies für Investoren?

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 14. April 2015
  • Tags

 

Immobilienmarkt Deutschland

Immobilienmarkt Deutschland (Foto grapix / depositphotos.com)

Ist der Immobilienmarkt in Deutschland wirklich so anlagesicher wie immer behauptet wird? Gibt es denn überhaupt noch günstige Immobilien zu erwerben? Und mit was für einer Rendite kann gerechnet werden?

Wer sich derzeit Gedanken darüber macht, ob er sein Geld in Immobilien anlegen soll hat viele Fragen. Wir vom MaklerScout beantworten sie!

 

Der Immobilienmarkt für Eigenheim-Interessierte

 

Es ist allseits bekannt, dass die Inflation höher als die Zinsrate ist, weswegen Geld auf dem Sparkonto nicht sonderlich gut aufgehoben ist. Immobilien dagegen gewinnen aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum dagegen verlässlich an Wert, weswegen eine Investition in ein Eigenheim grundsätzlich zu empfehlen ist.

 

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Interhyp haben ganze 80 Prozent der Deutschen den Wunsch im eigenen Zuhause zu wohnen. Allerdings lassen die wenigsten diesen Wunsch auch Wahrheit werden, aus Angst vor der finanziellen Belastung und aus Zweifel, ein passendes Wohnobjekt zu finden. Die Furcht vor den Schulden scheint allerdings zunächst unberechtigt, schließlich sind die Zinsen auf Rekordtief. Und wer kein passendes Haus findet, kann sich einfach eins Bauen, auch die Bauzinsen sind besonders günstig.

 

Woran der Traum von Eigenheim allerdings durchaus scheitern könnte ist das nötige Eigenkapital. Ein zukünftiger Bauherr sollte 20 Prozent des Hauspreises selber aufbringen können, dafür bekommt er dann allerdings auch ein Baudarlehen von 100 000 Euro für unter 400 Euro im Monat! Wichtig ist hierbei allerdings die Tilgungsquote zu beachten. Bei einer niedrigen Quote droht nämlich eine hohe finanzielle Last sobald die Zinsen wieder ansteigen.

 

Wer nicht selber Bauen will steht zunächst vor der Herausforderung ein Haus oder eine Wohnung zu finden, die sich nicht nur in der Wunschlage befindet sondern auch über die Jahr hinaus an Wert gewinnen wird, damit sie auch eines Tages mit Gewinn verkauft werden kann.

 

Tatsächlich ist die Lage hierbei ausschlaggebend. Im schlimmsten Fall ist das Objekt eines Tages unverkäuflich und muss zwangsversteigert werden. Deswegen sind Immobilien in den Großstädten besonders beliebt. Aufgrund der hohen Zuwanderungsraten ist hier die Nachfrage mindestens jahrzehntelang gesichert und derzeit sind die Preise noch niedrig genug, dass man sich auch in den größeren Städten ein Eigenheim leisten kann. Derzeit sind etwa die östlichen Bezirke Berlins besonders erschwinglich, während in München dagegen durchschnittlich fast die Hälfte des Einkommens für Immobilienfinanzierung ausgegeben werden muss.

 

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Immobilienfinanzierung — eine Übersicht

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 6. April 2015
  • Tags

Immobilienfinanzierung (Grafik: cherezoff / depositphotos.com) 

Jeder, der in der Immobilienbranche tätig ist, sollte sich mit Immobilienfinanzierung auskennen. Deshalb haben wir vom MaklerScout uns einmal näher mit dem Thema Immobilienfinanzierung auseinandergesetzt, um Ihnen einen Überblick zu verschaffen. Dabei beschäftigen wir uns mit den Fragen: Welche Arten der Immobilienfinanzierung gibt es? Welche verschiedenen Kreditmöglichkeiten werden angeboten? Und wie kann man man die Immobilienfinanzierung am günstigsten gestalten?

Zunächst einmal gilt es  zu beachten, dass es zwei Arten der Immobilienfinanzierung gibt, die private und die gewerbliche.

Die private Immobilienfinanzierung

Der Großteil der Immobilienfinanzierung in Deutschland fällt in den privaten Bereich. Private Immobilienfinanzierung bezeichnet die Finanzierung von Immobilien, die zu Wohnzwecken genutzt werden und nicht Teil eines Betriebsvermögens sind. Zudem wird unterschieden ob der Finanzierende die Immobilie selber nutzt:

Eigennutzer-Finanzierung: der Finanzierende nutzt die Immobilie selbst

Kapitalanleger-Finanzierung: der Finanzierende vermietet die Immobilie

Die Finanzierungsmöglichkeiten für Immobilien teilen sich zudem in Eigenkapital, Fremdkapital und staatliche Förderprogramme auf:

Eigenkapital

Eigenkapital bezeichnet jegliches verfügbare Barvermögen wie Bankguthaben oder liquidierbare Wertpapiere. Kapital in Form von Immobilien, Wertgegenständen ist für die Finanzierung von Immobilien ist dementsprechend nur dann geeignet, wenn es veräußert werden kann.

Fremdkapital

Fremdkapital zur Immobilienfinanzierung wird gewöhnlicherweise von Banken, Bausparkassen oder Versicherungsgesellschaften in Form von Darlehen zur Verfügung gestellt. In seltenen Fällen kommt es auch zu Darlehen von Privatpersonen oder vom Arbeitgeber.

Staatliche Förderprogramme

Der Staat unterstützt die Immobilienfinanzierung durch verschiedene Förderprogramme wie etwa die Eigenheimrente (auch Wohn-Riester genannt). Vor allem die staatliche KfW-Bank spielt dabei eine große Rolle und bietet besonders im Bereich Neubau viele Fördermöglichkeiten an. Besonders gut sind die Konditionen bei der KfW-Bank, wenn man energieeffiziente Häuser baut oder kauft, da dann die Zinsen besonders niedrig sind und ein Tilgungszuschuss gewährleistet wird.

So läuft eine private Immobilienfinanzierung ab

Das Kreditinstitut prüft zunächst die Kreditwürdigkeit des Antragstellers um festzustellen ob er in den kommenden Jahren zahlungskräftig sein wird. Dann wird die Vertragsdauer und der Zinssatz festgelegt. Bei Häuser oder Wohnungen dauert es meist gut über zehn Jahre bis der Kredit abbezahlt ist, zudem ist nicht abzusehen in welchem Maße die Zinsen ansteigen werden. Die Zinsen werden zu Beginn nämlich nur für einige Jahre festgelegt. Wenn die sogenannte Zinsbindungsfrist dann abgelaufen ist, wird neu verhandelt—schließlich ist nicht abzuschätzen wie sich der Kreditmarkt entwickelt. Es ist auch möglich den Kreditanbieter zu wechseln, wenn der Kreditnehmer woanders ein günstigeres Angebot findet.

Wer als Privatperson Hilfe bei der Auswahl der Finanzierungsmöglichkeit benötigt, kann dabei die Dienste eines Finanzierungsmaklers in Anspruch nehmen. Ein Finanzierungsmakler (oder auch ein Hypothekenmakler) kümmert sich um den Vergleich und die Auswertung von Kreditangeboten und erhält bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision. Da eine Finanzierung schnell kompliziert werden kann und individuell an den Kauf oder das Bauprojekt angepasst werden muss, können sich die Dienste eines Finanzierungsmaklers wirklich lohnen. Schließlich gilt es bei der privaten Immobilienfinanzierung solche Fragen zu beantworten wie:

  • Welche staatlichen Zuschüsse sind für mich lohnenswert?
  • Wie lang sollte meine Zinsbindung sein?
  • Wie hoch sollen meine Rückzahlungsraten sein?
  • Hab ich Vermögenswerte, die mir bei der Finanzierung zugute kommen können?
  • Wie hoch sollte der Eigenkapital-Anteil sein?
  • Welche Bausparprodukte lohnen sich?

Der Bausparvertrag

Egal ob mit Hilfe eines Maklers oder ohne, bei der Immobilienfinanzierung ist der Bausparvertrag ein Muss. Der Bausparvertrag bietet die Möglichkeit, sich über Jahre hinweg niedrige Zinsen und staatliche Förderung zu sichern. Bausparverträge sind auch angenehm flexibel. Man kann sie jederzeit kündigen und bestimmen wieviel in den Vertrage eingezahlt werden soll. Allerdings ist Vorsicht geboten, wer den Vertrag zu sehr ausnutzen will, dem kann gekündigt werden.

Die gewerbliche Immobilienfinanzierung

Die gewerbliche Immobilienfinanzierung bezeichnet die Finanzierung von Immobilien, die zum Betriebsvermögen gehören. Das bedeutet, dass hauptsächlich Wohnungsunternehmen gewerbliche Immobilienfinanzierung betreiben, von denen es in Deutschland nur wenige gibt. Schließlich ist ein enormer Cashflow sowie Eigenkapital notwendig um die Kosten zu decken und neue Immobilien zu erwerben. Zum Eigenkapital und Cashflow kommt dann noch eine Fremdkapitalfinanzierung durch Kreditinstitute und Hypothekenbanken sowie Lebensversicherungsgesellschaften. Da Immobilien als eine sehr sichere Anlage gelten, ist gewöhnlich keine schwierige Aufgabe die Kredite gewährt zu bekommen. Aufgrund schwankender Neubautätigkeiten ändert sich dabei das Volumen der gewährten Kredite von Jahr zu Jahr, dürfte aber wohl bald den 200 Milliarden Euro nahe kommen.

Übrigens, wenn es um die Finanzierung von Büro- und Einzelhandelsimmobilien geht, gelten nochmal andere Regeln als bei der gewerblichen oder privaten Immobilienfinanzierung da die Regulierungen hier wesentlich komplexer sind. Deswegen kümmern sich spezielle Kreditinstitute und Immobilienaktiengesellschaften um die Finanzierung. In Deutschland sind die größten Anbieter in dem Bereich die Eurohypo AG, die Westdeutsche Immobilienbank und die Aareal Bank.

Immobilienmarkt Berlin vs. London — Ein Duell der Giganten

Berlin, der Immobilienmarkt

Berlin, der Immobilienmarkt (sepavone / depositphotos.com)

Schon seit Jahren herrscht Unklarheit auf den Immobilienmärkten Europas: Welche Stadt ist die teuerste? Welche die lukrativste? Wo lohnt es sich am meisten zu investieren und welche Immobilien sind wo zu empfehlen und wo zu vermeiden? Bei den entsprechenden Studien landen im europäischen Vergleich oft London und Berlin ganz weit oben. Deswegen haben wir vom MaklerScout uns entschlossen, uns mit den beiden „Immobilien-Giganten“ einmal näher auseinanderzusetzen und unseren ganz persönlichen Vergleich durchzuführen. Unsere Absicht damit war, jegliche Immobilen-Interessenten auf den neusten Stand zu bringen, was den Immobilienmarkt in den beiden Metropolen betrifft und wie die zu erwartenden Entwicklungen sich auf die Makler-Branche auswirken.

Ist Berlin die Nummer 1 für Investoren?

Sehen wir uns zunächst einmal den Berliner Immobilienmarkt genauer an, schließlich behauptet eine neue Studie (Emerging Trends In Real Estate Europe 2015), dass Berlin die Nummer 1 in Europa wäre — zumindest was die größten Investitionschancen betrifft. Die Top-Platzierung landet die Metropole vor allem wegen seines niedrigen Preisniveaus, verbunden mit der stetig steigenden Nachfrage nach Mietwohnungen. Auf dem deutschen Markt ist Berlin deswegen auch zusammen mit Hamburg die einzige Stadt, die in den Top 10 der Studie vertreten ist. München ist etwa aus den Rängen verdrängt worden, da es als besonders hochpreisig wahrgenommen wird. London befindet sich zwar nur auf Rang 10 der Studie, ist aber was das Investitionsvolumen betrifft ganz vorne mit dabei. So gaben die Investoren im vergangenen Jahr 21 Milliarden Euro für Immobilien in der britischen Hauptstadt aus, Paris folgte in weitem Abstand mit 6 Milliarden Euro; Berlin belegt mit 3 Milliarden Euro Platz 3. London ist also zweifelsohne die beliebteste Stadt unter den Investoren, doch bedeutet das auch, dass dort langfristig am meisten Geld zu verdienen ist? Oder kann man dem Fazit der Studie vertrauen, dass Berlin das beste „Preis-Leistungs-Verhältnis“ bietet? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt es sich, den Immobilienmarkt der beiden Städte genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Immobilienmarkt London — Das Reich der Reichen

Weltweit haben die Immobilien in London schon lange zu den teuersten gehört und sollen mittlerweile auch Hong Kong vom „Top-Spot“ verdrängt haben. Tatsächlich sind es derzeit laut Tagesschau.de vor allem „reiche Russen“, die auf dem Londoner Immobilienmarkt tätig werden. Diese kauften in den letzten Jahren vorwiegend Villen für den Eigenbedarf, doch der Rubelverfall drängt sie nun dazu auch in Einkaufscenter und Geschäfte zu investieren. Für die dortigen Makler ist dies ein lukratives Geschäft; so berichtet die Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank, dass 2014 der Anteil von Wohnungskäufen über zehn Million Pfund um ein Drittel angestiegen sei. Die Russen lieben die englische Metropole aufgrund der ausgezeichneten Flugverbindungen und Elite-Bildungseinrichtungen, sowie steuerlicher Vorteile.

London, der Immobilienmarkt

London, der Immobilienmarkt (Foto: Elliott Brown, Creative Commons)

Die Tatsache, dass sich vor allem finanzstarke ausländische Investoren so rege in London tätig sind bleibt nicht ohne Folgen für die Londoner Bevölkerung. So berichtete unlängst der Guardian, dass sich die jüngere Bevölkerung einen Hauskauf immer seltener leisten kann und der Anteil der Wohnungs- und Haus-Mieter rapide gestiegen ist. So war es 2004 noch der Fall, dass der Großteil der 25–34-jährigen ein Eigenheim besaß, doch inzwischen gehört diese Altersklasse zu einer neuen Generation von Privatmietern, die sich den Hauskauf nicht mehr leisten können.

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